Udo Lindenberg. Wie wir ihn sahen. Aus dem Archiv

Der folgende Text wurde 1979 von Peter Tobiasch und Norbert Saßmannshausen für die Zeitschrift SPUREN geschrieben. Anläßlich des 70. Geburtstages von Udo Lindenberg aus dem Archiv geholt.

DRÖHNLAND

Nur´ne Rock-Revue – Udo Lindenbergs Panik-Tournee 1979

Sicher muß ein Artikel über ein Rock-Ereignis wie der Tournee von Udo Lindenberg und dem Panikorchester sehr verschieden ausfallen, je nachdem ob diejenigen, die schreiben zu Rock-Musik ein Verhältnis haben, wie der Herr Pfarrer zu den Pornoheften – bewußtseinsmäßig “darüber hinaus”, aber ab und zu sündigend -, oder Rock ansehen als ein Stück eigene Geschichte, eigene Emotion, eigene Kultur.
Klar: musikindustriell produziert, für den Markt geschneidert, goldene Nasen für die einen, Schröpfung für die anderen – unbestritten.

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16.06. – 18:00 Uhr: Was ist Imperialismus? Und warum sollten wir dagegen sein?

“Es ist sicherlich nicht einfach, das globale Kapital zu begreifen und ihm entgegenzutreten – in jedem Fall ist es von entscheidender Bedeutung, einen Internationalismus wieder herzustellen und neu zu formulieren, der ohne jeden Dualismus auskommt. Wer am verdinglichten Dualismus des Kalten Krieges festhält, läuft Gefahr, eine Politik zu treiben, die vom Standpunkt menschlicher Emanzipation, vom Standpunkt des »Kommunismus« aus, bestenfalls fragwürdig wäre, wie viele Menschen sie auch ansprechen mag.”

– Moishe Postone “Geschichte und Ohnmacht” (2005)

Eine moderierte Podiumsdiskussion über Fragen des globalen Kapitals, Imperialismus und Krieg, die Möglichkeiten für progressive politische Opposition und die Probleme und Aufgaben einer Linken in einer Welt nach dem “Kalten Krieg” und nach “9/11”, wie sie durch die Invasion und Besetzung von Afghanistan und Irak und den militärischen Interventionen in Libyen, Jemen und Syrien gestellt wurden.

Sprecher:

Manfred Dahlmann (sans phrase, ça ira)
Matthias (Gruppe Arbeitermacht, Liga für die 5. Internationale)

16. Juni 2016 – 18 Uhr
Festsaal des Studierendenhauses, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Bockenheim

12. Mai 2016 im Hesseneck: Freistaat Bockenheim. Eine Hommage.

ankündigung hesseneckFreistaat Bockenheim
oder
Als Frankfurt einmal die Hauptstadt der Revolte war.

Eine Hommage.

Vorgetragen und vorgeführt von Ilja Kamphues (der Starkoch im Stalburg-Theater im Erfolgsstück von Michi Herl “Wer kocht, schiesst nicht”) und Norbert Saßmannnshausen (StadtteilHistoriker).

Für die, die es nicht geschafft haben am 12. Mai. Wir haben den Abend aufgezeichnet und die 90 Minuten des Abends können nachgehört werden. Dank allen, die da waren (über 50 Besucher)! Wir machen weiter. Im Radio und im Hesseneck.

https://soundcloud.com/norbert-sassmannshausen/hesseneck-am-12052016-komplett

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Zeitung für Denker. Ab 4. 5. –

Der Pflasterstrand hatte die verschiedensten Untertitel, gestartet mit “Zeitung der Linksradikalen” , Zeitung für Krankfurt, Sponti-Stadtzeitung, Zeitung für Träumer/innen, Zentralorkan des Rhein-Main Sumpfes oder auch “Bistumsblatt”. Der Mai 1977 wartet mit ZEITUNG FÜR DENKER auf – wir erinnern daran…
Alle Titel des Pflasterstrandes des ersten Jahres (1976/1977) jetzt auf www.orte-der-revolte.de  Weiterlesen

Vor 12 Jahren starb der Schriftsteller Adam Seide

Harry Oberländer schreibt auf Facebook am 30. April:

 Heute vor 12 Jahren starb der Schriftsteller Adam Seide

adam seide„Jeder, der um die Ecke kommt ist ein Held,“ dieses Zola‘sche Motto hat Adam Seide für sein Literaturverständnis gewählt und nun ist er, selbst ein Held und wohl keiner wie jeder, um jene Ecke gebogen, von der wir nicht wissen, wie die Straße dahinter aussieht: Nummer 30, die letzte Ziffer des 1987 projektierten Arbeitsprogramms lautete:
„GOTT, GRÜSS DIE KUNST: Eine Reise, eine Fußwanderung durch die Zeit , wie es die alten Buchdruckergesellen mit diesem Spruch auf den Lippen getan haben, kein Resümee…“

In der Denknomaden-Sendung vom vergangenen Mittwoch sollte aus dem “ABC der Lähmungen. Ein Kneipenroman” gelesen werden – leider erreichte uns dieadam seide kneipenroman titel web Zustimmung dafür vom Verleger des Buches, Peter Graf, zu spät. Daher holen wir das in der nächsten Sendung nach. Bei Adam Seide komme ich immer etwas später … Im Jahr 2004 überlegte ich, angestoßen durch einen Flyer über Seide im Ypsilon, eine Adam-Seide-Veranstaltung in der Denkbar. Mehrere Wochen überlegte ich, wie und wann – dann rief ich Harry Oberländer an oder traf ihn. Und da war Adam Seide gerade gestorben.

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16.07.2016: Aus der Bastelstube des Denkens. Eine philosophische Werkschau

Am 16. Juli 2016 im Multiversum, Bieberer Straße 13 in Offenbach

Das Programm:

11 Uhr: Niklas Fiedler (Frankfurt am Main): Ewigkeit im Wandel der Zeit. Die Veränderung eines Begriffs durch die Fotografie

12.15 Uhr: Adrian Paukstat (Augsburg): Salafiyya und „Salafismus“: Fragen zum Verhältnis von Mythos und Aufklärung im islamischen Reformdenken

15 Uhr: Georg Spoo (Freiburg): Adornos Praxiskritik und Krahls Adornokritik

16.15 Uhr: Michael Jekel (Frankfurt am Main): Max Horkheimer: „Lenin, Empiriokritizismus“. Max Horkheimers Reaktion auf Lenins erkenntnistheoretische Streitschrift „Materialismus und Empiriokritizismus“

18.30 Uhr: Paul Stephan (Frankfurt am Main): Der Maus – Ein Ex-kurs

19.15 Uhr: Martín Ramirez (Jena): Die schöpferische Zerstörung des Selbst: Charles Bukowskis Kritik der Moderne

Ab 21 Uhr: Halkyonischer Barabend mit Musik von Lei Feistung und Bill B. Wintermute vom Institut de Déstabilisation.

Der Link dazu >

Spiel für die Tauben und das Geld
Spiel für die Tauben und das Geld

Die DENKNOMADEN auf Radio X

radio xZum vierten Mal waren die Denknomaden am 27. April 2016 zu hören.

Hier die Musiktitel der Sendung.:

Deichkind: Alles selber machen lassen
Uta Köbernick: Scheitern
Billy Paul: Am I Black Enough For You?
Kinky Friedman Bloody Mary Morning

Zum Nachhören, ohne Musik, aber sonst mit allem …mit Wissen ohne Relevanz, einem Sonett von Shakespeare und einem Gedicht von Alexandru Bulucz und einem von Heinz Erhardt.

Nicht mehr gespielt: Udo Lindenberg „Du heisst jetzt Jeremias“. Versehentlich angespielt, statt des O-Tons von Prinz Charles „To be or not to  e…“ wurde Elvis Presley: Francfort Special

Das Team am Mikrofon: Ilja Kamphues und Norbert Saßmannshausen.

der stuhl herkunft afn
Ilja Kamphues bereitet sich vor. Im Vordergrund ein historischer Studiostuhl, auf dem schon Chris Howland gesessen hat. Er ist für Ehrengäste im Studio reserviert.

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Dada kommt in die Jahre: Das Hugo-Ball-Brevier im Club Voltaire am 27.6.2016

dada im club voltaire

Mit Sondermarken und bundesrätlichem Festakt feiert die Schweiz den Dadaismus als eine aus dem Land hervorgegangene internationale Kunstrichtung. Dabei handelt es sich bei den damaligen Dadaisten fast ausnahmslos um Kriegsflüchtlinge aus ganz Europa. Nicht wenige von ihnen stammten aus Deutschland, so auch der im pfälzischen Pirmasens geborene Verfasser des Dadaistischen Manifests, Hugo Ball.
In Deutschland erntet man auf die Frage nach Hugo Ball häufig ein unwissendes Schulterzucken. Dabei kommt dem „komischen Heiligen“, wie Hugo Ball auch schon genannt wurde, gerade in der heutigen Flüchtlingskrise eine neue Aktualität zu.
Anlässlich des 100. Geburtstags von DADA lassen der Komponist und Performer Augst und der Radio- und Sprachkünstler Friedmann die drei Identitäten der schillernden Persönlichkeit Hugo Balls in einer gesanglich-sprachlichen Musiktheater-Performance zusammen- und gegeneinanderspielen.

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Udo Riechmann

Udo Riechmann ist tot.

Am 2. April informierte Albert Sellner auf Facebook: “Wieder ist einer der alten Garde gegangen – gestern verstarb Udo Riechmann, SDS-Urgestein, Krahl-Intimus, nie Opportunist oder Kriegsgewinnler, Rebell zeitlebens bis ins Greisenalter.”

Vor 14 Tagen trafen wir uns auf der Leipziger – er auf dem Rad, ich mit dem Fotoapparat. Er fragte: “Na, was fotografierst Du?” “Die Unwirtlichkeit der Städte. Immer wieder.” Er klagte, dass es im schwerfalle die Treppen zu seiner Wohnung hochzukommen. Nur das Radfahren ginge noch einigermaßen. Dann sagte er irgendwann: “Es ist bald vorbei.” “Ach, Udo”. Wir verabschiedeten uns. Bis bald. Das war am 17.März 2016. Ich sehe ihm nach, auf seinem Rad, der Abendsonne entgegen… {Norbert Saßmannshausen]

Udo Riechmann wird am Freitag, den 8. April 2016, um 11 Uhr auf dem Bockenheimer Friedhof beerdigt.  Adresse: Friedhof Bockenheim, Ginnheimer Landstraße 97, 60487 Frankfurt am Main.

17032016udo

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DenkNomaden zum Nachhören

Zwei Sendungen der DenkNomaden gibt es hier zum Nachhören. Leider, wegen der Rechte, ohne Musik.

Die Sendung vom 30. März auf Radio X:

Die Musikliste der Sendung vom 30.3.:
Für immer jung. Wolfgang Ambros & André Heller
Ohio. Crosby, Stills, Nash & Young
My Way. Billy Holiday
Sunday Bloody Sunday . U2
Bang Bang (My Baby Shot Me Down). Cher
MfG. Die Fantastischen Vier
As Time Goes By. Herman Hupfeld

Die Sendung vom 24. Februar auf Radio X >

Manfred Roth in der Galerie Eulengasse. Vernissage am 28.3.2016

“Ausgehend von einem der banalsten Wegwerf-Gegenstände, nämlich von Aluminiumdeckeln, wie sie täglich nicht nur von Joghurt- und Buttermilchbechern abgezogen werden, präsentiert Manfred Roth Einblicke in seine in den letzten 25 Jahren zusammengetragene Sammlung von zur Zeit etwa 14.000 verschiedenen Exemplaren.”

Die Ausstellung, die wir am 25. März besuchten, geht am Ostermontag zu Ende. Schade – und wer die Zeit am Montag, dem letzten Tag für einen Besuch der Ausstellung nutzt, wird überrascht und belohnt. Manfred Roth beantwortet nicht nur die Frage “Wie viele Sorten Erdbeerjoghurt braucht der Mensch?” mit eindringlichen vorläufigen Antworten, er gibt uns, den Besuchern,  die Möglichkeit zwischen Joghurt-Deckel und dem -Becher zu denken und zu fühlen.das modell 1

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AZRAQ: Vernissage ab 19 Uhr am 18.03.2016

Ja, die Ausstellung ist erst geöffnet ab 20. März, aber der Spaziergang durch das sonnenhungrige Frankfurt am Main, die geöffnete Tür in der Taunusstraße 19 führte zwangsläufig die Stufen hinauf und zur Erlaubnis einiger Vorab-Fotos. Zumal die Ausstellung direkt gegenüber der beinahe DenkNomaden-Heimstätte “Pizza Italia”, direkt neben dem Verlag der Autoren und nur kurze Zeit läuft. Am 19. März gibt es dort die “Tagung” Gedanken ZUFLUCHT. Von Fluchtursachen über Europas Grenzen bis zu uns. Podium + Talk. Ab 12:00 am Samstag … Bis dann …

 

Zum nachhören: Die zweite Sendung der DenkNomaden auf Radio X

Am 24. Februar 2016 gesendet, hier nun ohne Musik (schade, leider, aber es geht wegen der Rechtslage nicht anders) zu hören.

Die Musiktitel der Sendung am 24.2.2016:
Vergessen worums geht (Uta Köbernick)
Talkin´Bout A Revolution (Tracy Chapman)
Wovon man nicht sprechen kann (M.A. Numminen)
Apache (The Shadows)
He´s A Rebel (The Crystals)
From Hank To Hendrix (Neil Young)
Es war okay (Pannach und Kunert)
Cigarettes and Whisky (Freddy Quinn)
Frankfort Special (Elvis Presley)

Schon vorbei: Die Sendung auf Radio X am 24. Februar 2016

radio x mit Norbert SaßmannshausenJa, die zweite Sendung der DenkNomaden auf Radio X ist war am 24. Februar 2016 ab 13 Uhr zu hören und ist damit auch schon vorbei. Die Beiträge der Sendung am 24.02. : DADA kommt in die Jahre (II), mit dem besonderen Schwerpunkt Emmy Hennings. Und: Revolte und Rebellion in der Pop-Musik. Und: Was vom Freistaat Bockenheim geblieben ist. Wir bereiten eine nachzuhörende Version vor. Demnächst hier!

radio xDie nächsten Sendetermine: 30. März (13:00) und 27. April 2016. Also, man hört sich.

Das Team am Mikrofon: Ilja Kamphues und Norbert Saßmannshausen.

Die erste Sendung war am 27. Januar zu hören. Wir arbeiten an einer Zusammenstellung für die, die die Sendung versäumten.

 

23.02. ab 20:00: Donut & Diamonds: Platypus PR Release Party im KOZ

Donut & Diamonds: Platypus PR Release Party

“Da wir nun zu unserer englischsprachigen Zeitschrift, der Platypus Review, auch ein deutschsprachiges Pendant veröffentlichen, möchten wir dies gehörig mit der Donuts & Diamonds-Crew feiern. Der Dienstagabend (23.02.16 ab 20Uhr) steht also unter dem Motto der „Platypus Review Releaseparty“ und passenderweise werden wir auch unsere 1.Ausgabe entsprechend im KOZ auslegen. Diese beinhaltet eine Transkription unserer einst veranstalteten Podiumsdiskussion „Die Politik der Kritischen Theorie“, bei der unterschiedliche Ansätze der Kritischen Theorie sowie ihre historische Bedeutung diskutiert wurden.
Musikalisch untermalt wird das Ganze u.a. von unserem Frederik Perry (https://soundcloud.com/frederikperry). Wir freuen uns auf einen regen Meinungsaustausch bei lockerer Atmosphäre!

[…]
Unsere Aufgabe beginnt dort, wo wir eine grundsätzliche Desillusionierung des gegenwärtigen Zustands progressiver Politik wahrnehmen. Wir denken, dass sich diese Ernüchte- rung nicht einfach durch puren Willen abschütteln lässt – durch ein einfaches “Weiter so!”. Sie muss stattdessen explizit ange- sprochen werden und selbst als ein Objekt der Kritik zugäng- lich gemacht werden. Daher beginnen wir mit dem, was uns unmittelbar entgegentritt.
Die Platypus Review wird von der Einsicht motiviert, dass die Linke orientierungslos ist. […]

Platypus Frankfurt”

Platypus Germany Website: http://germany.platypus1917.org/

Freistaat Bockenheim

Wer sich Bockenheim nähert, kann das eigentlich nur auf eine Weise:

Egal ob er vom Bahnhof oder der Hauptwache kommt, er muß über die Bockenheimer Warte, die schon im Mittelalter die tapferen Einwohner vor den wiederholten Überfällen der Frankfurter schützte, und zwar so erfolgreich, daß Bockenheim im Unterschied zur eigentlichen Metropole bis heute im Wesentlichen kulturell erhalten blieb. Der nachhaltige Erfolg dieser Verfremdungsabwehr zeigt sich schon darin, daß ganz Bockenheim keine einzige Äppelwoikneipe aufweist.

Ein Zitat aus unserem Bockenheim-Beitrag von Thomas Blanke (siehe rechts in der Menüleiste). Ein von uns entdecktes literarisches Dokument, 1990 gedruckt und heute erneut absolut lesenswert. Damit wir wissen, was Bockenheim war und ist. Ein Text, der prophetisch präzise und historisch genau ist. So schreibt Thomas Blanke über die Uni in Bockenheim (und da hatte noch niemand an einen Westend-Campus oder einen sogenannten Cultur-Campus-Bockenheim (CCB) gedacht):

Die Uni machte sich so gesichtslos, fast unsichtbar, als sei Geist etwas, was man hat, aber nicht zeigt. Das wenige was sich hätte zum Vorzeigen eignen können, die Fassade des Hauptgebäudes etwa, wurde während meines Studiums in den sechziger Jahren konsequent zugebaut. Eine Stadt, die so mit ihrer Uni umgeht, bringt natürlich auch das nicht hervor, was heute überall drangeklebt wird: die zugehörige Kultur. Studenten, gar Studentenviertel, sucht man in Frankfurt vergebens. Bockenheim jedenfalls hat sich stets geweigert, diese Rolle zu übernehmen und seine eigene Geschichte zugunsten der eines Frankfurter Studentendorfes einzutauschen. Nicht, daß es dazu zu geistlos gewesen wäre, eher im Gegenteil. Aber wenn die Frankfurter schon nicht wissen, ob sie eine Uni haben, werden sich die Bockenheimer doch nicht einfallen lassen, darauf die Antwort zu geben …

Der AfE-Turm

Buchvorstellung und Diskussion in der Karl-Marx-Buchhandlung am 4. Februar 2016 – 20 Uhr. [Jordanstr. 11]

bockenheim mit afe turmDer AfE-Turm zwischen Kitsch und Kritik

“Die groteske Gefühlsmischung aus Trauer, Wehmut, Freude, Jubel und Genugtuung mit welcher der AfE-Turm am 02. Februar 2014 gesprengt wurde wird vielen, die an diesem Morgen ihren Weg zum Campus Bockenheim gefunden haben noch lang im Gedächtnis bleiben. In gewisser Weise stand die Sprengung sinnbildlich dafür, was der AfE-Turm war – ein umkämpfter und ambivalenter Ort auf der Grenze zwischen Bockenheim und Westend. An Verklärungen, Zuschreibungen und Narrativen rund um den Turm hat es nicht gemangelt: die …”

Link zur Ankündigung der Karl-Marx-Buchhandlung.

DenkNomaden: Am 27.01.2016 die erste Sendung auf RADIO X. Ab 13 Uhr.

Die DenkNomaden starteten mit der ersten Sendung am 27. Januar 2016 bei Radio X. Als Gast im Studio: Ilja Kamphues. Die Sendung wurde moderiert von Norbert Saßmannshausen.

radio x mit Norbert Saßmannshausen
Norbert Saßmannshausen im Radio X -Studio

 

Ankündigung: Die Beiträge der ersten Sendung: Die Premiere des Theaterstücks ELVIS IN BAD NAUHEIM von Bert Bresgen (21.1.2016 in den Landungsbrücken). Eine Hermeneutik der aktuellen Werbeprospekte. Eine Suchbewegung: Wie Kneipen verloren gehen und wiedergeboren werden. Und die Frage: Was ist die Identität von Bockenheim?

Gast und Mit-Moderator der Sendung ist Ilja Kamphues. Er ist der Star im Stalburg-Theater in Frankfurt. In bald 600 Aufführungen spielte er den Koch in dem Stück von Michi Herl “Wer kocht, schießt nicht”. Die genaue Zahl der Aufführungen bzw. der gekochten Hühner erfragen wir in der Sendung. BILD schrieb: “„Wer kocht, schießt nicht“ ist 110 Minuten Kult. Auf Jahrzehnte hinaus.” So zu lesen im Jahr 2012. Das ist wahr. Und bleibt wahr.radio x

Am 21. Januar 1963 ist Franz Jung gestorben

I´m taking to my fiddle

an play for you the blues

roll over Beethoven. roll over

und tell Tschaikowsky the news.

Rock´n Roll Text

Franz Jung hat dem III. Teil seiner Autobiographie “Der Weg nach unten” den Titel DIE GRAUEN JAHRE gegeben. Und dem Teil die obigen Zeilen roll over Beethoven vorangestellt. Als 1977 bei 2001 FRANZ JUNG. SCHRIFTEN UND BRIEFE IN ZWEI BÄNDEN, von Uwe Nettelbeck herausgegeben, erschienen, da muß ich schon aufmerksam dafür gewesen sein. Nur durch Jürgen Serke? Die beiden Bände für 30 Mark habe ich mehrfach gekauft – u.a. für Freunde in Leipzig. Ein ungeöffnetes Päckchen habe ich noch immer. Diese Nettelbeck-Ausgabe hatte kein Namens- und Stichwortverzeichnis, das habe ich mir dann selber erstellt. Dadurch war die Intensität der Jung-Lektüre auch praktisch vermittelt.

Den Besuch bei Claire Jung in Ostberlin erinnere ich noch gut. Der Leipziger Freund Andreas Montag und ich besuchten Claire Jung, sahen sie in ihrem Sessel, mit einem Nutella-Glas auf dem Tisch. Ihre Stimme war nicht mehr da – und wir waren einfach nur fasziniert mit ihr die Sonnenstrahlen in ihrem Zimmer zu erleben. 3 Fotos habe ich damals gemacht. Andreas hat im letzten Jahr der DDR im Mitteldeutschen Verlag die Eroberung der Maschinen herausgegeben, d. h. seine Tätigkeit als Herausgeber war bereits Mitte 1988 abgeschlossen, aber die DDR mußte offensichtlich noch mehr untergehen, bevor der Verlag Franz Jung verlegte. Ja, ich weiß: 1980 war schon bei Reclam von Fritz Mierau der Band “Der tolle Nikolaus” erschienen. Aber im Vergleich zur Nettelbeck-Ausgabe und dem großartigen Werkprojekt von Lutz Schulenburg war die DDR-Kulturpolitik, wie so oft, schmählich.

web franz jung
www.franz-jung.de

Als vor einigen Jahren ein hessischer Politiker, der auch eine zeitlang bundesdeutscher Verteidigungsminister war, eine gewisse Bekanntheit hatte, da habe ich den Domain-Namen Franz-Jung.de reserviert, um zu verhindern, dass ebendieser Mensch eine solche Webadresse erhält. Seitdem gibt es diese Domain. Sie versteht sich als Verbeugung vor Franz Jung (Die grauen Jahre) und dem von Fritz Mierau geschriebenen Buch Das Verschwinden des Franz Jung.

claire jung in o-berlin
Claire Jung in ihrer Wohnung in Ostberlin.
franz jung in der nettelbeck-ausgabe
Die Zweitausendeins-Ausgabe der Schriften und Briefe von Franz Jung. Ungeöffnet.

02.12.2015: Auf Wiedervorlage: Ideologie-Kost

Auf Wiedervorlage: Ideologie-Kost.
Elke Erb liest Trotzki und Lenin.
Gesprächspartner: Christian Filips

Am Mittwoch, 02.12.2015 im LCB Berlin


„‚Laßt mal’, sagt der Vater, ‚ich will versuchen, wie der Winterweizen ist.’ Er nimmt von Archip die Sense und stellt sich auf dessen Platz. Ich sehe aufgeregt zu. (…) Vielleicht übersetze ich es mir in nicht so präzise Worte, aber ich fühle scharf die komplizierte Mechanik der Beziehungen.” (aus: Leo Trotzki, „Mein Leben”). Die Dichterin Elke Erb hat diesen Sommer vor allem mit Trotzki verbracht. Trotzkis Stil suche seinesgleichen wegen der Art, wie er auffasst: „Da ist eine gewisse, objektive Freigabe der eigenen inneren Prozesse, die vulgäre Idiotie nennt es Stolz. Die zugleich unwillkürliche und zielstrebige Aufmerksamkeit seiner Wahrnehmung, ihre stetige Produktivität hellt auf, befreit, aktiviert.” Im Gespräch mit dem Dichter Christian Filips will sie der Freude dieser Begegnung auf dem traurigen historischen Hintergrund der Utopie, die er mit Lenin teilt, auf den Grund gehen. Dank der Koppelung Trotzkis an Lenin habe sie sogar ihren Widerstand gegen Lenin gegen eine gewisse Faszination eintauschen können, sagt sie. „Ich bin zwar in der DDR den hohlgewordenen Losungen der Epigonen ausgesetzt gewesen, aber diese Belästigung ist vorbei. Es gibt ja auch noch die Gegenwart, bitte.” Weiterlesen

Zu Besuch bei Bazon Brock in der DENKEREI

Am 19. August 2014 fand (m)ein Gespräch mit Bazon Brock in der Denkerei in Berlin statt. Könnte es eine Denkerei in Frankfurt geben? Wenn nein, wie könnte ein Projekt aussehen und entstehen, dass den Vorstellungen der DENKNOMADEN entspricht und ähnliches wie die DENKEREI bietet? Wer sind die Partner für ein solches Projekt? Viele Fragen, Anregungen – und- Bazon Brock

Was wollen die DENKNOMADEN?

Die DENKNOMADEN verwirklichen Orte der Offenheit des Denkens und der kulturellen Praxis in Frankfurt. Treffpunkte für Menschen, deren kulturelle Interessen vielfältig sind, die Widersprüche als Chance sehen, um zu neuen Erfahrungen zu kommen und die den intellektuellen Streit nicht scheuen, um zu ungewohnten Überlegungen zu kommen.

Die Produktion dieser Nähe zwischen Gästen und Künstlern, zwischen Zuhörern und Experten stellt für die DENKNOMADEN eine zentrale Herausforderung dar. Bei Vorträgen, Debatten, Ausstellungen und Konzerten sind für die DENKNOMADEN gespannte Aufmerksamkeit und das Erlebnis der Geselligkeit gleichberechtigt.

Wir streben eine sich immer neu bewährende und erprobende Gemeinschaft an, die der geistigen Beweglichkeit entspricht, die wir für erforderlich halten: Für Perspektivenwechsel in der Gesellschaft, für Sorgfalt im Zuhören und Argumentieren.

Seit Januar 2016 bestreiten die DENKNOMADEN eine monatliche Radiosendung auf Radio X, dem werbefreien Stadtsender in Frankfurt.

DENKNOMADEN im Radio

Einmal im Monat stellen die Denknomaden in der Sendung auf Radio X Entdeckungen aus dem kulturellen Leben vor. Das können Bücher sein, Ausstellungen, Theaterstücke, Veranstaltungen … aber auch besondere Orte und Menschen, die interessantes Insiderwissen spendieren.

Aktuelle Anlässe und zu Erinnerndes sind uns gleichermaßen wichtig. Kultur mögen wir besonders, wenn sie etwas schräg, unangepasst und unerschrocken ist. Die Unterscheidung zwischen Hochkultur und Unterhaltung lassen wir hinter uns. Die Freiheit der Rede und der Lebensentwürfe hingegen ist uns zentral wichtig: So streifen wir auch immer wieder aktuelle Phänomene finsterer Gegenaufklärung, manchmal etwas ratlos, stets im Widerspruch.

Vieles was wir entdecken, entdecken wir in Frankfurt, der vermutlich tolerantesten und weltoffensten Stadt der Republik. Gelobt sei die weitgehend entspannte Multikulturalität hier und seien alldiejenigen, die sich dafür einsetzen, dass sie erhalten bleibt. Aber so wenig Frankfurt für einen provinziellen Nationalismus steht, sowenig macht unser nomadisierendes Denken vor geographischen Grenzen halt.

Die beiden Moderatoren der Denknomaden greifen Themen auf und debattieren frei, sie assoziieren, fragen nach. Selbstironie ist ihnen nicht fremd, Gäste sind ihnen willkommen. Abgerundet wird jede Sendung durch aktuelle Veranstaltungshinweise und eine feine Musikauswahl.

Hörbeispiele oder Literaturauszüge einzuspielen ist im Radio gang & gäbe. Bei den Denknomaden wird jedoch nach Möglichkeit live vorgelesen. Der Schauspieler Ilja Kamphues sorgt für ein unmittelbares Hörerlebnis,  erfüllt den Text mit Leben.

Die Redaktion der Denknomaden besteht aus:
Bärbel Bimschas, Reise-Bloggerin, Geschäftsführerin einer Bildungsstätte im Taunus, eigensinnige Nomadin und engagierte book-crosserin. Ilja Kamphues, Schauspieler (u.a. Wer kocht, schießt nicht, an die 600mal im Stalburg Theater), Sprecher, Autor kabarettistischer Texte und Zauberer.
Norbert Saßmannshausen, freier Kulturorganisator, Stadtteilhistoriker in Bockenheim (Orte der Revolte) und Sammler der Geschichte und Geschichten von unten.

DENKNOMADEN on tour

Wir organisierten im Frühjahr und September 2016 zwei Veranstaltungen unter dem Titel ALS FRANKFURT EINMAL DIE HAUPTSTADT DER REVOLTE WAR. Dabei stellten wir einmal im Bockenheimer “Hesseneck”  den 50 Gästen die Orte der Revolte der Jahre 1965-1980 vor, mit Fotos, Berichten und Erzählungen. Am 8. September 2015 haben wir die Veranstaltung, abgewandelt, im Club Voltaire vor knapp 60 Gästen gestalten dürfen. Weitere Veranstaltungen sind in Planung.